Du schreibst deine Seminararbeit, Abschlussarbeit oder Dissertation? Du liest Texte, um sie dann weiterzuverarbeiten? Dann habe ich eine Frage an dich: Kennst du die PQ4R-Methode schon?
Der Name dieser Methode setzt sich aus den Anfangsbuchstaben der einzelnen Schritte zusammen, die du durchläufst, wenn du die Methode anwendest. Die Lesetechnik wurde in den 70ern von Thomas und Robinson erdacht und soll dazu anregen, deine Texte nicht mit Fokus auf Geschwindigkeit zu lesen, sondern dein Augenmerk auf den Inhalt und dessen Weiterverarbeitung zu setzen.
Nimm dir deinen Text und lege ihn vor dich hin. Fange aber nicht gleich mit dem Lesen an, sondern verschaffe dir zunächst einen Überblick. Was ist für dich relevant? Lese punktuell (beispielsweise das Inhaltsverzeichnis, den Schluss, die Abbildungen) und auch quer (überfliege den Text) und nimm dir die Zeit, um deine Erwartungshaltung mit dem Text abzugleichen. Teile den Text in Sinnabschnitte ein und überlege dir, was du genau wann lesen möchtest.
Stelle nun gezielt Fragen an den Text. Es muss nicht zwangsläufig ein Fragezeichen am Ende des Satzes stehen, aber du solltest vorab schriftlich formulieren, auf was du eine Antwort vom Text erwartest. Möchtest du einen Forschungsstand erfassen? Suchst du nach der Untermauerung deines theoretischen Rahmens? Benötigst du Infos zu einem Nischenthema? Es ist wichtig, den Text nicht „einfach“ so zu lesen, sondern dir bewusst zu machen, warum du den Text liest, um die Informationen im Anschluss auch mehrwertbringend weiterverarbeiten zu können.
Erst jetzt beginnst du mit dem Lesen deines Textes. Setze dabei gezielt Markierungen, finde Antworten auf deine Fragen und füge, wenn nötig, deinem Fragenkatalog weitere hinzu. Außerdem empfehle ich dir, ein eigens für dich relevantes Kodiersystem zu entwerfen, dass du in jedem Text anwenden kannst. Das kann ein Z für Zitat sein, ein Fragezeichen für eine Frage die du dir stellst, die Kürzel eines anderen Autors, um auf dessen Beiträge zu verweisen oder auch die Verwendung unterschiedlicher Farben für unterschiedliche Themen (rot für Theorie, blau für Methode; gelb für Zeitspanne A, grün für Zeitspanne B).
Wenn du den Sinnabschnitt, den du dir vorgenommen hast, nun gelesen hast, kannst du das Gelesene reflektieren. Wo fügt sich der Text in die bisher gelesene Literatur ein? Wie passt er zu deinen Forschungsergebnissen? Stimmst du den Aussagen des Textes zu oder gibt es Kontroversen?
Jetzt kannst du beginnen, den Inhalt zur Weiterverarbeitung zu exzerpieren. Setze Schlagworte, ordne deine Niederschrift einzelnen Kapiteln oder Abschnitten deines wissenschaftlichen Textes zu und machte dir Notizen in deinen eigenen Worten oder markiere wörtliche Zitate. Denk auch immer daran, dir die entsprechenden Seitenzahlen zu markieren.
Blicke zurück auf das, was du getan hast. Hast du alles Relevante gelesen? Alle wichtigen Fragen beantwortet? Sind die Notizen verständlich? Hast du Bezüge zu anderen Texten und deinem bisher angehäuften Wissen herstellen können? Wo sind Parallelen, wo Kontroversen?
Auch wenn die PQ4R-Methode zunächst einmal mehr Zeit zu benötigen braucht als ein einfaches Lesen eines Textes, so ist diese Lesetechnik unglaublich hilfreich um das Gelesene weiterzuverarbeiten und auch zu behalten.
Probiere es doch einfach mal aus, ich bin gespannt, auf dein Feedback!
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